Das Chinchilla

„Wenn Ihr Euch für Chinchillas entscheidet bedenkt bitte, dass diese Tiere bis zu 20 Jahre alt werden, eher nachtaktiv sind und viel Pflege brauchen. Macht Euch bitte im Vorfeld darüber Gedanken, ob Ihr Eure Chinchillas auch so lange betreuen und versorgen könnt und wollt.

Viele Chinchillas werden aus diesem Grund im Tierheim abgegeben und warten dort lange auf neue Besitzer.“

Da komme ich her...

Chinchillas sind in den südamerikanischen Anden beheimatet. Der Lebensraum erstreckt sich bis in die Höhen von 5000 Metern. Natürliche Höhlen und Felsspalten bieten ihnen Unterschlupf. Den starken Temperaturschwankungen dieser Region haben sie sich durch ein besonders dichtes und feines Fell angepasst, das sie mit Hilfe von Sandbädern eifrig pflegen. Es sind geschickte Kletterer mit großem Sprungvermögen. Chinchillas sind dämmerungs- und nachtaktiv, deshalb die großen Augen und großen Ohrmuscheln. Die ersten Tiere wurden wegen ihrem Pelz nach Europa gebracht. Aus ihnen wurden dann Mäntel und andere plüschige Dinge hergestellt.

Alleine sind wir unglücklich

Chinchillas sind gesellige und hochsoziale Tiere, die nur gemeinsam gehalten werden sollten. Bei der Auswahl des Partners sind die Tiere sehr wählerisch, eine Vergesellschaftung kann sehr lange dauern und erfordert viel Geduld. Am besten können junge Chinchillas zusammengebracht werden. Empfehlenswert ist die Haltung von zwei Weibchen oder einem Weibchen mit einem kastrierten Männchen.

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So möchten wir leben

Die Voliere für zwei Chinchillas sollte mindestens 3 Quadratmeter betragen. Für jedes weitere Tier kommt nochmal ein halber Quadratmeter hinzu. Optimal ist eine Zimmer- oder Außenvoliere oder ein umgebauter Kleiderschrank. Die Voliere sollte von zwei Seiten einen Blickschutz haben und nicht frei im Raum stehen. Sie muss aus nagesicherem, rostfreiem Material bestehen, sonst nagen sich die Chinchillas gerne durch.

Natürlich sollten sie auch nicht in der prallen Sonne stehen und vor Zugluft geschützt sein. Da Chinchillas sich hauptsächlich abends oder nachts zeigen und dabei auch nicht gerade leise sind, solltet Ihr Euch gut überlegen, ob die Voliere dort stehen sollte wo Ihr schlafen wollt. Weil sich Chinchillas tagsüber zum Schlafen gerne in Höhlen oder Nischen zurückziehen, benötigen sie eine möglichst hoch angebrachte Schlafhöhle. Diese kann aus massivem Holz mit einem Einschlupfloch und aufklappbarem Deckel zum Saubermachen bestehen.

Chinchillas sind sehr intelligente, neugierige und bewegungsaktive Tiere, darum muss die Voliere entsprechend abwechslungsreich gestaltet sein. Sitzbretter aus Hartholz sollten auf verschiedene Höhen angebracht werden, die die Tiere springend erreichen können. Flache Steine, Schlupfhöhlen und ein Sandbad mit Spezialsand zur Fellreinigung dürfen nicht fehlen.
Achtung: Vogelsand eignet sich hierfür nicht!

Auch Korkröhren und Äste werden gerne angenommen. Gleichfalls sollte ein Mineralstein vorhanden sein. Neben der Haltung in der Voliere sollte den Tieren organisierter Auslauf in der Wohnung in den frühen Abendstunden ermöglicht werden damit ihnen nicht langweilig wird.
Als Einstreu nehmt Ihr am besten Hobelspäne von nicht behandeltem Holz. Katzenstreu, Stroh, Torfmull und Zeitungspapier sind ungeeignet. Natürlich muss die verschmutzte Einstreu täglich entfernt werden.

Anspruchsvolle Fütterung

In ihrem Herkunftsland besteht die Futterauswahl ausschließlich aus Kräutern, Samen und getrocknetem Gras, daher sind Chinchillas hier auf eine nährstoffarme, ballaststoffreiche Nahrung angewiesen. Chinchillas brauchen stets gutes Heu!

Ergänzt wird die Ration mit speziellen Chinchilla-Pellets. Die Tagesration eines Tieres besteht aus zwei leicht gehäuften Esslöffel. Wegen der hohen Anfälligkeit gegenüber Verdauungsstörungen sollte die Pelletsorte nicht gewechselt werden.

Obwohl die Tiere alle möglichen Leckereien wie Rosinen, Nüsse, Knabberstangen und Sonnenblumenkerne lieben, sollten diese nur selten angeboten werden. Wichtig für eine ausgewogene Ernährung und das Nagebedürfnis von Chinchillas sind geeignete, frische und unbelastete Nagehölzer, zum Beispiel Zweige von Weide und Haselnuss. Das Futter sollte einmal am Tag in den frühen Abendstunden angeboten werden.

Chinchillas brauchen immer frisches Wasser. Geeignet sind hierfür stabile Tonnäpfe, die den Tieren ein freies und zügiges Trinken ermöglichen. Bitte nehmt keine Trinkflaschen.

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Der richtige Umgang mit uns

Chinchillas dürfen nie von oben angefasst werden. Hierbei kann das Tier seine Haare abwerfen. Mit einer Hand greift man das Tier unter den Bauch, mit der anderen Hand wird der Schwanz an der Basis erfasst.

Lasst Euch am Anfang besser von Euren Eltern helfen. Ihr müsst lernen, mit den Euch anvertrauten Tieren rücksichtsvoll umzugehen und deren Bedürfnisse zu respektieren. Chinchillas lieben einen ruhigen Umgang. Sie sind keine Kuscheltiere und eignen sich nicht, von Euch ständig herumgetragen und geknuddelt zu werden. Am Besten setzt Ihr Euch vor die Voliere oder in den gesicherten Freilauf. Chinchillas sind sehr neugierig und nehmen Euch schnell das ein oder andere Leckerchen aus der Hand oder sie klettern auf Euch herum.

Die richtige Fixierung

Entspanntes Halten

Geschlechtsbestimmung

Auch ein Chinchilla wird mal krank

Beobachtet Eure Tiere gut und wenn Euch etwas auffällt, geht lieber gleich zum Tierarzt.

Wenn Chinchillas nicht genug Möglichkeiten haben, ihre Zähne abzuschleifen, dann wachsen diese zu lang und müssen gekürzt werden. Auch ein Chinchilla bekommt mal schlimme Bauchschmerzen. Wenn eines Eurer Tiere nicht frisst, müsst Ihr sofort zum Tierarzt. Da Chinchillas gerne klettern und springen, kann es sich auch mal verletzen. Auch eine Erkältung muss kuriert werden.

„Wollt Ihr noch mehr erfahren?
Ich habe für Euch ein schönes Video herausgesucht, schaut es Euch doch mal an. Ihr könnt aber auch nochmal in unserem Flyer stöbern.

Auf dieBrain.de erhaltet Ihr noch weitere Informationen.“

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